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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
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Der Organspendeausweis

Organspendeausweis
© PublicDomainPictures / Pixabay.com

Noch immer sterben in Deutschland jedes Jahr tausende Menschen, weil für sie kein passendes Spenderorgan vorhanden ist. Dabei könnte die Zahl viel geringer sein, wenn sich mehr Menschen zu Lebzeiten Gedanken darüber machen würden, ob sie im Ernstfall Spender sein möchten. Gespendet werden können dabei nicht nur Organe, sondern auch bestimmte Gewebe wie die Hornhaut eines Auges, die einem anderen Menschen wieder zum Sehen verhelfen kann, oder das Gesicht oder Gliedmaßen, die transplantiert werden können.

Muss ich meine Organe spenden?

Nein, selbstverständlich müssen Sie das nicht. Sie können der Organspende ausdrücklich widersprechen. In diesem Fall ist Ihr Wille rechtsverbindlich. Das heißt, niemand, auch nicht Ihre Angehörigen, darf diesem Willen nach Ihrem Tod widersprechen. Ihre Organe werden dann also nicht gespendet. Übrigens können Sie auch das in einem Organspendeausweis festhalten.

Sollte ich meine Organe spenden?

Diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen. Sehr viele Menschen haben kein Problem mit der Vorstellung, sie finden sie sogar gut. Wenn Sie unsicher sind, schieben Sie den Gedanken nicht immer weiter auf. Machen Sie sich in Ruhe Gedanken darüber und beziehen Sie auch Ihren Partner und Ihre Familie in die Entscheidung ein. Manchen Angehörigen hilft die Vorstellung, dass die Organe gespendet werden, bei der Trauerbewältigung. Andere lehnen sie eher ab. Auch Ihr Hausarzt kann Ihnen in dieser Frage beratend zur Seite stehen.

Die meisten Religionen sprechen sich für eine Organspende aus, da die Nächstenliebe und die Lebensrettung als wichtiger angesehen werden als die Unversehrtheit des Körpers. Für religiöse Menschen gibt es also eine recht klare Orientierung zum Thema Organspende.

Warum brauche ich einen Organspendeausweis?

Streng genommen brauchen Sie keinen Organspendeausweis. Wenn Sie trotzdem einen besitzen, helfen Sie damit zuerst Ihren Angehörigen. Sie wissen dann, ob Sie prinzipiell mit einer Organspende einverstanden gewesen wären. In zweiter Linie, wenn Sie sich dafür entscheiden Ihre Organe zu spenden, helfen Sie natürlich den Patienten, die Ihre Organe bekommen. Für viele Menschen gehört ein Organspendeausweis heute zur Vorsorge dazu.

Was steht in einem Organspendeausweis?

Zunächst schreiben Sie hier ihre persönlichen Daten auf, also Ihren vollständigen Namen, Ihr Geburtsdatum und Ihre aktuelle Adresse. So ist sichergestellt, dass Ihr Ausweis im Ernstfall nicht einer falschen Person zugeordnet wird oder umgekehrt. Außerdem tragen Sie natürlich ein, ob Sie Ihre Organe spenden möchten oder nicht. Sie können auch festhalten, dass Sie bestimmte Organe oder Teile Ihres Körpers nicht spenden möchten.

Wo bekomme ich einen Organspendeausweis?

In den letzten Monaten haben viele gesetzliche Krankenkassen die Ausweise an ihre Mitglieder geschickt. Wenn Sie nicht dazu gehören, können Sie ihn auch herunterladen, ausdrucken oder per Post als Plastikkarte bestellen, indem Sie sich auf der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informieren.